Sommer 2015


Beijing Bloq

Beijing Bloq
V-Prof. Matthias Ballestrem // 2nd Semester MA // Summer 2015
with Excursion to Beijing, China
Martin Morsbach + Fabio Godts + Max Rudolph

Peking – eine der wohl dynamischsten Städte auf dieser Welt in einem sich rasant wandeldem Land. Genau hier besteht die einmalige Möglichkeit und gleichzeitige Herausforderung, gewohnte Dimensionen hinter sich zu lassen und aktuelle Themenstellungen des urbanen, inkonstanten Raumes neu zu diskutieren.

Das Grundstück, das Eigentum der CAS – Chinese Academy of Science ist, liegt am zweiten Innenstadtring Pekings und damit in einer durchaus attraktiven Zentrumslage. Im Gegenteil zu der umliegenden Bebauung, die bereits durchgängige Büro- und Wohntypologien überformt wurde, erinnert die Situation auf dem Grundstück derzeit eher an einen Großstadt-Slum. Die traditionelle Struktur auf dem Areal wurde durch die Bewohner eigenständig, besonders in den letzten Jahren, mehrfach informell ergänzt, um- und weitergebaut. Das Resultat dieser Maßnahmen artikuliert sich in einer überstrapazierten Siedlungsstruktur, die äußerst fragwürdige hygienische Bedingungen aufweist.

Nach eingehender Analyse des Areals und unter kritischer Betrachtung des Status Quo haben wir uns bewusst für eine Neubeplanung des Grundstücks entschieden. Der Eigentümer und zukünftige Nutzer, die CAS, fordert auf der vorhandenen Fläche von ca. 14.000 Quadratmeter eine Bruttogeschossfäche von ca. 53.000 Quadratmeter, was in der Umsetzung einer Dichte vergleichbar mit der Berliner Mietskasernenstruktur ist. Auf dieser Flächen sollen verschiedenste Nutzungen miteinander vereint werden, darunter Büros, Räume für den universitären Betrieb sowie Wohnungen.

Unsere Idee basiert vornehmlich auf der Zusammenführung genau dieser verschiedenen Nutzungen, die im urbanen Umfeld zu einem architektonisch-harmonischen Gesamtkonzept führen sollen. Der Ansatz verfolgt im ersten Schritt die Strategie der Nutzungsstaffelung nach Parametern wie Flächen- und Tageslichtbedarf. Nutzungen wie Labore, Werkhallen, Auditorien etc. werden bewusst in großfächigen Monostrukturen – den Schollen – untergebracht. Durch ein klares Raster können die Raumkonfigurationen je nach Bedarf wachsen oder schrumpfen.

Diagonale Verbindungen zu einzelnen Attraktoren an den Rändern des Areals führen zu einer effizienten Wegestruktur und lassen an ihrem Schnittpunkt im Inneren des Grundstücks einen zentralen Platz entstehen.

In den ersten Obergeschossen beginnt sich die Struktur durch die Einbringung kleinteiliger Nutzungen wie Büros aufzulösen. Durch diese Wandlung bedingt sich eine sekundäre Durchwegungsstruktur, die den Zugang zu den Büros, den Wohntürmen sowie den hinteren Bereichen der Monospaces ermöglicht. Durch diese Foyersituationen betreten die Bewohner auch das Servicegeschoss, das zusätzliche Leistungen, wie Fitnessbereich, Sauna, etc., bietet und gleichzeitig als semiprivater Raum zwischen Öffentlichkeit und Privatheit vermittelt. Von diesen Räumlichkeiten aus haben die Bewohner ebenfalls die Möglichkeit, die begrünten Dachterrassen zu begehen. Den Abschluss der Struktur bilden die ab dem Servicegeschoss monofunktionalen Wohntürme, die über ein modulares System eine Vielzahl an einfachen sowie Maisonettewohnungen zur Verfügung stellen.

Durch eine geschickte Verzahnung dieser grundverschiedenen Nutzungen, vereint in einer Typologie, erhoffen wir uns, ein neues, dynamisches und diverses Stück Peking zu kreieren.

 

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