Winter 2012


Transformation TXL

AIV-Schinkel Competition 2013
Transformation TXL – Nachnutzung für den Flughafen Tegel

5th Semester // V-Prof. Sven Pfeiffer // msa|münster school of architecture
Benedikt Wannemacher + Max Rudolph

StadtLandschaft

Nachdem nun bereits der zweite und größte Flughafen Berlins mehr oder weniger kurz vor der Schließung steht, wird es höchste Zeit sich mit der zukünftigen Nutzung dieser riesigen Freiflächen auseinander zu setzen.
Die Qualitäten, ähnlich die des Tempelhofer Feldes, die schier unglaubliche Weite des Areals und die nahezu unangetasteten Merkmale des ehemaligen Flughafens, stellen jedoch zugleich auch eine große Herausforderung an eine adäquate Lösung.

Unser Ansatz verfolgt eine inselartige Verteilung der Bebauung auf der Grundlage der Größe einer ca. 4.000 qm großen Produktionshalle. Die Ausrichtung und Verortung dieser Hallen richtet sich nach dem vorgefundenen Kontext der Umfeldbebauung und soll einer möglichst großen Anzahl von Bewohnern eine weite Sicht auf das ehemalige Flugfeld bieten. Zudem erschaffen wir über diese Anordnung eine große Freifläche im Inneren, die für diverse Freizeitmöglichkeiten aller Altersgruppen genutzt werden kann und urbane Situationen an Rändern kreiert.
Eine Reduktion der Massivität dieser Hallen erreichen wir, indem die Baukörper bis zur Hälfte (ca. 4,5 Meter) eingegraben werden, um den Aushub anschließend an den Seiten der zweiten Hälfte aufzuschütten. Vereinzelte „Schaufenster“ sowie Lichtgauben auf dem Dach der Halle stellen eine angemessene Belichtung sicher. Das Resultat ist eine künstlich geschaffene Landschaft, die bei ihren Tiefpunkten (dem vorherigen Flughafenniveau) die alten Betonplatten mit ihren Kennzeichnungen aus den Flughafenzeiten offenbart. Dieser grüne Landschaftstrichter ist vollständig autobefreit, da die Erschließung der einzelnen Inseln mit dem PKW oder LKW über den Rand entlang der Bestandsgebäude funktioniert. Auch die Anlieferung für mögliche Produktionsstätten kann ohne Probleme über diese Magistralen abgefertigt werden. Lediglich Radfahrern, Fußgängern und Nutzern von Elektro-Rollern ist es gestattet das Innere zu kreuzen.
Die Hallen sind in einer Stahlbetonkonstruktion ausgeführt, deren Fläche über das Stützenraster in 200 qm große Abschnitte geteilt werden kann, sodass sowohl kleinere, als auch größere Unternehmen hier Fuß fassen können. Über dieser Gewerbe – und/oder Produktionstypologie befindet sich das Wohnen. Vom Studentenapartment bis zum Townhouse ist hier alles zu haben. Die Wohnboxen sind in einer Holzständerkonstruktion vorgefertigt und können mit dem LKW direkt auf die Baustelle transportiert werden. Unter Umständen wäre es nach Fertigstellung der Produktionshalle sogar denkbar darin die Fertigteile für die Wohneinheiten herzustellen, um sie anschließend nur mit dem Kran an ihre endgültige Position zu heben. Die Fassadenseiten der Wohneinheiten die sich zu den Innenhöfen richten, sind mit einer Holzfassade verkleidet, wohingegen die Außenseiten, die sich zur Landschaft und zur umliegenden Bebauung erstrecken, durch ihre Profilglasverkleidung einen industriellen Charme bekommen. Erreicht werden die Einheiten in den oberen Geschossen über einen Laubengang aus Gitterrost, der ebenso als Kommunikationsraum dient und bis zu drei übereinanderliegende Boxen erschließt. Durch jede Einheit verläuft ein zentraler Medienschacht, der die Wohnungen mit der Abwärme der Produktion und der erdnahen Geothermie, die sich in den aufgeschütteten Hügeln verbirgt, versorgt. Darüber schaffen wir es, aus der Symbiose zwischen diesen komplett verschiedenen Typologien einen Vorteil zu schöpfen. Auch in der dazwischenliegenden Landschaft wollen wir diesen industriellen Charakter nicht verbergen und lassen ungehemmt Zu- und Abluftkamine wie Pilze aus dem Boden schießen.
Um den Übergang zwischen den Innenhöfen und der Landschaft ein wenig abzufedern, ziehen sich an den Ein – und Ausgängen vereinzelt Townhouses aus den massiven Burgen. Die dadurch entstehenden Raumkanten erzeugen im Inneren der Höfe größeres Gefühl von Urbanität und beim Verlassen eine kleine Pufferzone.
Wir sind der Überzeugung, dass wir mit unserer Idee ein lebendiges und gut funktionierendes Quartier entstehen lassen können, das vor allem durch seine undefinierten Lebens- und Arbeitsräume überzeugt. Der endgültigen Gestaltung durch die Nutzer und Bewohner sind keine Grenzen gesetzt.

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